Mandoline checken und einstellen

Instrument überprüfen und Saitenlage einstellen

Grundlage für einen guten Erfolg beim Lernen der Mandoline ist ein gutes Instrument. Informationen über die verschiedenen Mandolinen Modelle finden sich vielfach im Internet.

Dabei ist es prinzipiell egal, ob man eine Neapolitanische Mandoline (mit birnenförmigen Korpus) oder eine Mandoline mit flacher Bauform verwendet.

Wichtig ist es aber, dass sich die Mandoline leicht greifen lässt. Aus diesem Grund möchte ich hier ein paar Hinweise geben, wie man überprüfen kann, dass eine Mandoline vernünftig eingestellt ist und sich zum Lernen eignet.

Dazu sollte man überprüfen

Hals gerade?

Am einfachsten kann man das feststellen, wenn man die Saiten am Ende des Griffbrettes (d. H. beim Schalloch der Mandoline) niederdrückt und dann die gerade Saite mit dem Hals vergleicht. Hierbei sollte der Hals nur einen minimalen Abstand (weniger als 1 Millimeter) zur Saite haben.

Saitenabstand richtig?

Hinweise zur Saitenlage findet man auf den folgenden Seiten:

Die Saitenlage wird meistens am 12. Bund gemessen. Die tiefen Saiten benötigen einen höheren Abstand als die hohen Saiten. Demnach gelten folgende Masse als Richtwerte für die Saitenlage.



 

hohe Saitenlage

mittlere Saitenlage tiefe Saitenlage
G-Saite: 2,4 mm 2,0 mm 1,6 mm
E-Saite: 2,0 mm 1,6 mm 1,2 mm

 

Das kann man am sehr einfach mit ein paar Euro-Münzen überprüfen. Die Dicken der Euro Münzen sind wie folgt:

Euro Münzen

1, 2 and 5 Cent 1.67 mm
10 Cent 1.93 mm
20 Cent 2.14 mm
50 Cent 2.38 mm
1 Euro 2.33 mm
2 Euro 2.20 mm

 

Das sind brauchbare Maße um den Abstand der Saiten zum Griffbrett auszumessen. Ich benutze die 1-Euro Münze als Mass für die G-Saite benutzt, die 1 Cent Münze als Mass für die e'-Saite.

Ideal ist die Saitenlage wenn die 10-Cent Münze beim 12. Bund der G-Saite gerade zwischen Saite und Bundstäbchen passt, die 1-Cent Münze beim 12. Bund der E-Saite.

Für die hohe Saitenlage passt die 1-Euro Münze bei der G-Saite, 10-Cent Münze bei der E-Saite jeweils am 12. Bund.

Bei den flachen amerikanischen Mandolinen ist der Steg höhenverstellbar ist. Dadurch lässt sich die Saitenlage schnell optimal einstellen.

Bei den neapolitanischen Mandolinen ist der Steg aus einem Stück und nicht verstellbar. Bei jedem Instrument gibt der Hals im Laufe der Zeit nach, sodass sich der Saitenabstand immer weiter vergrößert. Um das auszugleichen muss der Steg also niedriger gemacht werden, das ist jedoch nicht so einfach. Wenn also bei euren Mandolinen der Steg zu hoch ist, dann lasst euch am besten den Steg von einem Instrumentenbauer niedriger machen oder durch einen niedrigeren Steg ersetzen.

Es kann auch sein dass sich die Halsbefestigung löst sodass der Hals nach vorni kippt. Das erhöht die Saitenlage dann auch, meistens sogar sehr stark. In diesem Fall muss der Hals vom Instrumentenbauer wieder befestigt werden.

Beim Kauf einer neuen Mandoline sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die Saitenlage gut eingestellt ist (oder zumindest noch angepasst wird). Bei älteren Mandolinen lohnt es sich, die Saitenlage zu überprüfen und korrigieren zu lassen. Bei Mandolinen mit verstellbarem Steg sollte man sich auf jeden Fall die Mühe machen, diesen optimal einzustellen.

Bilder

Das ist die Suzuki Mandoline die ich im Moment regelmäßig spiele. Die Euro-Münze passt bei der G-Saite am 10. Bund, die Cent-Münze bei der E-Saite am 8. Bund. Die Saitenlage ist also schon etwas hoch, es geht aber gerade noch. Etwas niedriger wäre optimal. Da die Mensur (Saitenlänge) bei den neapolitanischen Mandolinen kürzer ist als bei den amerikanischen F-Mandolinen ist die Saitenspannung nicht so hoch sodass eine höhere Saitenlage akzeptabel ist.

Suzuki Mandoline - etwas hohe Saitenlage

Saitenlage Suzuki Mandoline - Euro und Cent-Münze

Seitenansicht - 1-Euro-Münze passt genau beim 10. Bund

Bei meiner Bluegrass-Mandoline von Coufleau habe ich die Saitenlage sehr niedrig eingestellt, die 1-Euro Münze passt beim 15. Bund der G-Saite, die 1-Cent-Münze passt beim 15. Bund der E-Saite.

Bluegrass Mandoline - Euro-Münze und Cent-Münze passen beim 15. Bund - sehr niedrige Saitenlage


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